Insolvenzen in Cottbus mehr als verdreifacht
Privat- und Gewerbeinsolvenzen steigen stark - 2025 und 2026 im Vergleich
Im Raum Cottbus hat die Zahl der Insolvenzverfahren im ersten Halbjahr 2026 deutlich zugenommen. Nach bereinigten Angaben des zentralen Insolvenzportals stieg die Zahl der tatsächlichen Verfahren im Zuständigkeitsbereich des Insolvenzgerichts Cottbus von 168 im ersten Halbjahr 2025 auf 593 im gleichen Zeitraum 2026.
Für die Region in Süd-Brandenburg ist das ein spürbares Signal: Die wirtschaftliche Lage vieler Betriebe hat sich weiter verschärft. Der Anstieg entspricht einem Plus von 425 Verfahren beziehungsweise rund 253 Prozent. Damit liegt der Wert bei etwa dem 3,5-Fachen des Vorjahreszeitraums.
Bereinigte Daten zeigen den tatsächlichen Trend
Zunächst wurden für die ersten sechs Monate 2026 insgesamt 959 Veröffentlichungen registriert. Im Vorjahreszeitraum waren es 275. Da zu einem Verfahren oft mehrere Meldungen veröffentlicht werden, wurden die Daten bereinigt, um Mehrfachnennungen herauszurechnen.
Auch nach dieser Bereinigung bleibt das Bild eindeutig: Das Insolvenzgeschehen im Raum Cottbus hat sich massiv beschleunigt.
Hoher Kostendruck und schwache Nachfrage
Als wesentliche Ursachen nennen Marktbeobachter und Verbände vor allem den anhaltenden wirtschaftlichen Druck auf die Unternehmen. Genannt werden:
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hohe Energiepreise,
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gestiegene Mindestlöhne und Lohnnebenkosten,
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eine schwache Inlandsnachfrage infolge inflationsbedingter Mehrbelastungen privater Haushalte,
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sinkende Wettbewerbsfähigkeit auf internationalen Märkten durch gestiegene Produktionskosten.
Nach Einschätzung aus dem Umfeld der Wirtschaft fehlt vielen Betrieben damit zunehmend die Liquidität. Gleichzeitig brechen wichtige Umsätze im Inlandsmarkt weg, während Produkte aus Deutschland im Ausland teurer und damit schwerer absetzbar werden.
Die Zahlen des Insolvenzgerichts Cottbus sind das getreue Spiegelbild einer harten wirtschaftlichen Realität. Die Unternehmen stehen durch die Kombination aus explodierenden Energie- und Personalkosten unter extremem Druck. Da gleichzeitig die Inlandsnachfrage lahmt und deutsche Produkte auf dem Weltmarkt an Wettbewerbsfähigkeit verlieren, bricht vielen Betrieben schlicht das Fundament weg. Was wir hier sehen, ist das Resultat einer tiefgreifenden Strukturkrise.
Vorläufig keine Entspannung in Sicht
Im weiteren Jahresverlauf sollen laut Vorlage auch mögliche Nachholeffekte oder Anpassungen in der Veröffentlichungspraxis der Gerichte statistisch untersucht werden. An der grundsätzlichen Entwicklung ändert das bislang jedoch nichts: Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen deuten für die Region vorerst auf keine Entspannung hin.
Stand der Mitteilung ist Dienstag, 30.06.2026.
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